Die Vorzüge regionaler Qualitätsprodukte erschließen sich dem Kunden nicht sofort. Daher arbeiten viele Regionalinitiativen mit Güte-Kriterien, die über Werbeaktivitäten als Marketinginstrument transportiert werden. Bei der Erfassung der einzelnen Projekte per Fragebogen wurde u.a. erhoben, welche Kriterien die einzelnen Initiativen jeweils beachten und einsetzen. Diese Angaben wurden vom DVL ausgewertet und verschiedenen Kriterienbereichen zugeordnet (vgl. Tab. 1 und Abb. 3).
Kriterienbereich | Erläuterung |
Bio | Kriterien der im Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zusammengeschlossenen ökologischen Anbauverbände |
Naturschutz | Beachtung von spezifischen Naturschutzbelangen, wie z.B. Integration von Vertragsnaturschutzprogrammen; Umsetzung von Pflege- und Entwicklungsplänen |
Region | Regionalität als Kriterium bei der Herkunft / Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Produkten aus der Region |
Staatliche Programme | Integration von staatlichen Qualitätsprogrammen wie sie von den meisten Bundesländern mittlerweile initiiert werden, z.B. QHB (Bayern) oder HQZ (Baden-Württemberg) |
Sonstige | selbst entwickelte sonstige Kriterien, die sich keiner der obigen Kategorien zuordnen lassen, z.B. zum Tierschutz oder zu gesundheitlichen Aspekten |
Keine | Initiativen nehmen für sich keine Kriterien in Anspruch (z.B. soziale Initiativen oder Projekte aus dem Bereich der regenerativen Energienutzung) |
Die Regionalität ist mittlerweile für 70% aller Initiativen offensichtlich das entscheidende – oft aber nicht das alleinige Kriterium. Immerhin orientiert sich bereits fast ein Drittel der Regionalinitiativen auch an den Kriterien des Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und beachtet bei der Erzeugung und Vermarktung deren Vorgaben. Die Beachtung noch strengerer Kriterien, was Belange des Naturschutzes anbelangt, nehmen fast 40 Prozent der Initiativen für sich in Anspruch – dabei sind allerdings ein Großteil den Streuobstinitiativen zuzuordnen. Zu beachten ist allerdings, dass es sich bei diesen Angaben um Selbstauskünfte der Initiativen handelt, die nur zum Teil überprüfbar sind.